Ende der Führungsaufsicht


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Lange habe ich darauf gewartet, heute lag er endlich in meinem Briefkasten: der Beschluss der Strafvollstreckungskammer über das Ende meiner bisher leider unbefristeten Führungsaufsicht.

Für mich ist das wie ein Zeugnis, auf das ich durchaus auch etwas stolz bin. Daher hier zum Nachlesen:

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[zum Vergrößern bitte auf den Scan klicken]

Beschluss über das Ende der Führungsaufsicht

Beschluss über das Ende der Führungsaufsicht

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Na, das ist doch sehr erfreulich und ein gutes Ende. Wirklich geglaubt hatte ich daran zwar nicht. Insofern hat mich die bayerische Justiz doch etwas überrascht. Aber unverhofft kommt ja bekanntlich oft. Trotzdem werde ich mich für so etwas eigentlich Selbstverständliches bei niemandem bedanken.

Fassen wir zusammen:
Meine zwei Straftaten beging ich im Frühjahr 1993 – das ist nun mehr als 18 Jahre her. Zehn Jahre habe ich hinter schwedischen Gardinen verbracht, mich dabei fünf Jahre lang freiwillig einer intensiven und anstrengenden Therapie unterzogen. Seit knapp sieben Jahren lebe ich wieder in Freiheit und wurde seitdem nicht einschlägig rückfällig. Wenn man da nicht von Erfolg sprechen kann, dann weiß ich auch nicht…

Gut, ich stand nach meiner Haftentlassung zweimal vor Gericht. Allerdings wegen Firlefanz, der ausschließlich wegen meiner strafrechtlichen Vorbelastung angeklagt wurde – wäre ich ein unbelasteter Otto Normalverbraucher gewesen, so hätte kein so genanntes öffentliches Interesse bestanden. Beide Verfahren wurden in der jeweiligen Hauptverhandlung eingestellt. Verurteilungen gab es also nicht.

Entgegen allen Unkenrufen habe ich es demnach den damaligen Bedenkenträgern gezeigt. Damit meine ich insbesondere den Gutachter im Bezirkskrankenhaus Haar, Herrn Dr. Herbert Steinböck, der gegen Ende meiner Haftzeit für meine Lockerungsgutachten (Ausgang & Urlaub) zuständig war und sich zu meinem Nachteil bedauerlicherweise zurückhaltender und vorsichtiger als nötig verhielt.

Denn schon lange vor dem Tag der Haftentlassung war ich mir zu 100 Prozent sicher, dass ich schwere Straftaten, wie ich sie hier näher skizziert habe, in Zukunft nie wieder begehen werde. Für diese Sicherheit hatte ich gute Gründe, die aber niemanden etwas angehen – weder die Justiz, noch mit ihr verbandelte Gutachter. Ohnehin kann man Menschen nicht in, sondern nur vor den Kopf schauen.

Was also bleibt? Große Freude darüber, dass ich ab dem 31. Juli 2011 wieder ein völlig freier Mensch sein werde. Und ein wenig Ärger und Unverständnis wegen der Tatsache, dass es so lange gedauert hat.


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6 Kommentare zu “Ende der Führungsaufsicht”

Kommentar(e) unten lesen oder selbst kommentieren...

  1. T. sagt:

    Herzlichen Glückwunsch! Ich kann Ihre Gefühle nachvollziehen…
    Ich hoffe, dass es Ihnen gut geht und Sie auch beruflich (wieder) Fuß fassen können!

  2. @ T.:

    Schönen Dank.

    Es geht mir gut – und das Berufliche wird sich irgendwann bestimmt auch wieder ergeben.

    Vollzugsteilnehmer

  3. Manuela sagt:

    herzlichsten glückwunsch dazu und ich drücke alle daumen das es mit dem beruflichen klappt und auch sonst weiter aufwärst geht bei ihnen

  4. Hallo Manuela,

    herzlichen Dank. Ich bin in dieser Hinsicht wirklich sehr optimistisch.

    Vollzugsteilnehmer

  5. Alex sagt:

    Moin,
    und wie is das wenn die nich unbefristet is?
    Hab 3 Jahre Führungsaufsicht gehabt. Auf dem Beschluß stand auch das Datum wann
    die ausläuft. Ich habe aber immer noch nichts schriftliches bekommen, dass sie nun wirklich vorbei ist. Das Problem is…………….ich war über ein Jahr nich bei der Aufsichtsstelle.
    Hab danach nur einmal nen Drohbrief bekommen dass das an Richter geht usw aber kam nix. Nun tapp ich im Dunkeln.

  6. Hallo Alex…
    Wie wär’s, wenn Du bei den entsprechenden Stellen einfach mal nachfragen würdest? Das wäre doch der direkte Weg. Und anschließend weißt Du, was Sache ist.
    Vollzugsteilnehmer

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