Ich weiß nicht, ob ich es extra erwähnen muss, aber ich bin eindeutig heterosexuell veranlagt, auch wenn man mir nachsagt, hinsichtlicher meiner Sprechart und Bewegungsmotorik hin und wieder etwas feminin zu wirken. Doch damit kann ich gut leben. Dieser angebliche leicht feminine Touch in meinem Auftreten mag eine Folge davon sein, dass ich weitestgehend ohne Vater aufgewachsen bin.
Eine Folge dieses Touchs wiederum waren in Haft diverse Annäherungsversuche schwuler Mitgefangener. Ein offenes Wort klärte die Situation allerdings. Meistens… So beispielsweise auch im Falle der Herren K.* und M.* in der bayerischen JVA M.
Erklärend vorausschicken muss ich, dass man auf meiner dortigen Abteilung von morgens bis abends jederzeit duschen konnte. Der Duschraum, bestehend aus drei einzelnen Duschen ohne Abtrennung, war für die 24 Leute rund um die Uhr geöffnet. Das ist in deutschen JVAs eher selten. Oftmals gibt es zeitlich eng begrenzte feste Duschzeiten, in denen sich dann gleichzeitig -zig Gefangene auf eine Handvoll Duschen im winzigen Raum verteilen.
Ich selbst duschte in der JVA M. täglich. Feste persönliche Zeiten hatte ich nicht. Da ich grundsätzlich eher ungern zusammen mit anderen Menschen dusche, nutzte ich meistens die Gelegenheit, wenn die Dusche gerade frei war. Irgendwann allerdings fiel mir mehrmals hintereinander Folgendes auf: Kaum stand ich unter dem fließenden Wasser, schon öffnete sich die Türe – und die Herren K.* und M.* gesellten sich zu mir. Beide waren offen schwul.
Gewohnheitsmäßig benutzte ich immer die mittlere Dusche. Herr K.* wählte die Dusche rechts von mir – und glotzte mir permanent auf den Schwanz. Herr M.* hingegen duschte auf meiner linken Seite – und glotzte mir penetrant auf den Arsch. Dies bemerkte ich beim dritten oder vierten “zufälligen” gemeinsamen Duschen mit besagten Herren.
Nun kann man über mich ja vieles behaupten, nur eines sicherlich nicht: dass ich in sexueller Hinsicht übermäßig prüde wäre. Trotzdem war mir dieses vieräugige Gestarre auf gewisse meiner Körperteile unangenehm. In der Situation selbst sagte ich allerdings nichts. Ich war einfach zu überrascht und mir fehlten die Worte.
Nach dem Duschen erkundigte ich mich bei verschiedenen Mitgefangenen und erfuhr unisono dies: Herr K.* steht auf Schwänze. Je dicker sie sind, um so lieber hat er sie im eigenen Mund [Anm.: Allerdings frage ich mich noch immer, warum er dann unbedingt auf meinen starrte...]. Herr M.* seinerseits versenkt sein bestes Stück am liebsten in knackige Ärsche [Anm.: In diesem Fall verstehe ich, warum er ... Aber lassen wir das...]. Jedenfalls war ich nun informiert und konnte mir eine adäquate Reaktion für den Fall eines nächsten “rein zufälligen” gemeinsamen Duschens überlegen.
Es dauerte nicht lange, da war es wieder so weit: Kaum hatte ich unter der Dusche das Wasser aufgedreht, schon quietschte die Türe. Die Herren K.* und M.* gaben sich die Ehre. Ich drehte das Wasser ab und mich zu ihnen um. Es folgte dies aus meinem Munde, in recht freundlichem Ton:
Hallo K.*, das hier ist für Dich, ganz exklusiv und im wahrsten Sinne des Wortes einmalig. Guck mal…
Dabei nahm ich mein bestes Stück in die Hand, rubbelte ein paar Mal daran herum und präsentierte es ihm dann. Aber nur ganz kurz. Denn ich wollte verhindern, dass K.* sich Hoffnungen machte und womöglich spontan vor mir auf die Knie sank. Er schaute ungläubig.
Und nun etwas für Dich, mein lieber M.* Auch völlig exklusiv und einmalig für Dich. Augen auf…
Ich drehte mich, bückte mich, präsentierte M.* meinen Hintern, den ich auch noch mit beiden Händen spreizte. Aber nur ganz kurz. Ich wollte ja nicht, dass er mich womöglich noch besprang. M.* war verdutzt.
Dann kam meine Ansage:
So, ihr zwei Hübschen, das war meine Vorstellung nur für euch beide. Das muss reichen. Für alle Zeit. Ich hab echt keine Lust, mich dauernd von euch hier begaffen zu lassen. Sucht euch jemand anderen. Und für die Zukunft: Wenn ich hier dusche, bleibt ihr draußen. Capito?! Und nun husch-husch ins Körbchen mit euch. Oder anders gesagt: RRRRRAUS HIER!!!
Durch diese Reaktion hatte ich beide offenbar auf dem falschen Fuß erwischt. Sie kannten mich ja und hatten mit so etwas nie und nimmer gerechnet. Wohl auch deswegen trollten sie sich widerspruchslos – und ich konnte ab diesem Moment wieder ungestört duschen.
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Dieser Beitrag mag unter Lesern die Frage auslösen, wie das denn so ist, im Knast, mit den Schwulen. Es kursieren ja immer wieder Geschichten und Klischees à la “Pass bloß auf, dass Dir dort unter der Dusche nicht die Seife runter fällt!“. Dazu schreibe ich sicherlich demnächst etwas.
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Bei uns im Knast wurde jeder von den Mitgefangenen aus der Dusche geworfen, falls er nackt duschen wollte. Jeder sollte/musste ein Bade-Short tragen.
Hallo Rene…
Das finde ich allerdings auch etwas extrem. So etwas habe ich in den verschiedenen JVAs, die ich kennen gelernt habe, nie erlebt. Zumindest für uns Deutsche war es völlig normal und auch in Ordnung, nackt zu duschen.
Das erinnert mich an die vielen Moslems, die – vermutlich aus religiösen Gründen – normalerweise mit angezogenen Unterhosen duschten. Das fand ich selbst jetzt nicht so prickelnd, insbesondere angesichts der oftmals doch sehr braunen Bremsstreifen, die diese U-Hosen zierten.
Noch weniger prickelnd war es für mich, in meinem Job als Hausarbeiter die völlig durchnässten schmutzigen Unterhosen der Moslems aus dem Duschraum zu entfernen, die sie dort nach dem Duschen einfach liegen ließen. Da habe ich das eine oder andere Mal böse geflucht.
Vollzugsteilnehmer